Jiu-Jitsu als Weg der Entwicklung

© Text von Maryam Kegel
© Einführung von Franco Vacirca, Gracie Concepts HQ

Liebe Leserinnen und Leser
Willkommen zum ersten (aber nicht letzten) Artikel von Maryam Kegel. Sie ist eine starke Frau, die nicht nur den Jiu-Jitsu-Weg gewählt hat, um sich zu entwickeln, sondern auch sehr gut darüber berichten kann.
Ich lernte Maryam bei den Trainingseinheiten in Berlin kennen, bei denen sie mich gleich von Anfang an davon überzeugte, dass sie es ernst mit dem Erlernen des Gracie Jiu-Jitsu meint.
Nicht nur in Berlin, sondern auch in Gandia (Valencia) bei unserem jährlichen Summer-Camp bewies sie als einzige Frau auf dem Tatame unter der heissen spanischen Sonne, dass sie ihre Ziele erreichen kann.
Beim BJJ & Surf-Camp auf Fuerteventura hatte sie weibliche Unterstützung, wusste aber auch, wie sie andere unterstützen konnte, was für mich noch einmal zeigte, dass sie den richtigen Spirit für das Jiu-Jitsu hat.
Als Frau hat man es in den Kampfkünsten nicht einfach, das wissen wir alle, aber man sollte auch kein grosses Drama daraus machen. Meiner Meinung nach ist Kampfkunst weder nur für die einen noch für die anderen. Kampfkunst und somit auch Jiu-Jitsu ist für alle da, die bereit sind, an sich zu arbeiten.
Sie schreibt seit einiger Zeit an ihrem (Online-)Buch «Schwarzglut», dass man unter geschichten_mit_maryam auf Instagram finden kann. Ich empfehle euch, es unbedingt zu lesen.
Ich bedanke mich auch nochmals bei Maryam für diesen grossartigen Artikel und hoffe, bald wieder mehr über ihre Sicht des Gracie Jiu-Jitsu lesen zu dürfen.
-Franco Vacirca

Bin ich hier richtig?

Diese Frage habe ich mir vor zwei Jahren jedes Mal gestellt, wenn ich auf der Matte stand. Ich – eine unsichere Frau, ohne jede Kampfsporterfahrung. Um mich herum: Männer und Frauen aus anderen Gewichtsklassen, mindestens zehn Jahre jünger und mit deutlich mehr Erfahrung. Gleich im ersten Monat verletzte ich mir das Knie. Ist brasilianisches Jiu-Jitsu wirklich etwas für mich? In diesem Artikel möchte ich aus meiner ganz persönlichen Perspektive erzählen, wie ich die Antwort auf diese Frage gefunden habe. Heute ist Jiu-Jitsu für mich keine Frage von Geschlecht, Alter oder körperlicher Stärke. Es ist eine Reise zu mir selbst, und diese Reise möchte ich hier mit euch teilen.

Meine persönliche Erfahrung als Frau im Jiu-Jitsu

Auch unter den Frauen als Trainingspartnerinnen war ich unsicher. Ich bin untergewichtig und über 40 Jahre alt, während viele meiner Gegnerinnen und Gegner zehn, manchmal sogar zwanzig Jahre jünger sind. Diese Unterschiede spürt man besonders am Anfang – sie nehmen einem die Motivation und lösen Frustration aus.
Was mich trotzdem motivierte, zu bleiben und nicht aufzugeben, war ein Vorbild: Sandra! Eine starke Frau, erfolgreich, in meiner Gewichtsklasse. Sie war bereits einen Schritt weiter, trug den blauen Gürtel (heute trägt sie Lila) – und hatte keine Angst, auch gegen Männer zu kämpfen!
Diese Begegnung war für mich der Beweis dessen, was mein Trainer, Maurice «Mo» Wollny GJJ-Schwarzgurt und den Besitzer und Cheftrainer des Panda Gym in Berlin, immer sagte: «Es geht nicht um Kraft, sondern um Technik.»
Ich bin drangeblieben – und habe die blauen Flecken auf meinem Körper nicht als Verletzungen gesehen, sondern als Zeichen meines Fortschritts….

Hier zum vollständigen Artikel >


© Text by Maryam Kegel
© Introduction by Franco Vacirca, Gracie Concepts HQ

Dear readers
Welcome to the first (but not last) article by Maryam Kegel. She is a strong woman who has not only chosen Jiu-Jitsu as a path for personal development, but is also very good at writing about it.
I got to know Maryam during training sessions in Berlin, where she convinced me right from the start that she was serious about learning Gracie Jiu-Jitsu.
Not only in Berlin, but also in Gandia (Valencia) at our annual summer camp, she proved that she can achieve her goals as the only woman on the tatami under the hot Spanish sun.
At the BJJ & Surf Camp on Fuerteventura, she had female support, but she also knew how to support others, which showed me once again that she has the right spirit for Jiu-Jitsu.
As a woman, it’s not easy in martial arts, we all know that, but you shouldn’t make a big deal out of it. In my opinion, martial arts are not just for one group of people. Martial arts, and therefore Jiu-Jitsu, are for everyone who is willing to work on themselves.
She has been writing her (online) book “Schwarzglut” for some time now, which can be found at geschichten_mit_maryam on Instagram. I highly recommend reading it.
I would like to thank Maryam once again for this great article and hope to read more about her perspective on Gracie Jiu-Jitsu soon.
–Franco Vacirca

Am I in the right place?

This was the question I kept asking myself two years ago, every time I stepped onto the mat.
Me – an insecure woman, without any martial arts experience. Around me: men and women from different weight classes, at least ten years younger and significantly more experienced.
I injured my knee within the first month. Is Brazilian Jiu-Jitsu really something for me?
In this article, I want to share how I found the answer to that question – from a deeply personal perspective.
Today, Jiu-Jitsu is for me not about gender, age, or physical strength. It’s a journey toward myself, and I would like to share that journey with you.

My Personal Experience as a Woman in Jiu-Jitsu

Insecurity persisted, even among the women on the mat. I’m underweight and over 40 years old, while many of my training partners are ten, sometimes even twenty years younger. You feel those differences especially at the beginning. They can undermine your motivation and give rise to considerable frustration. What kept me going, what motivated me to stay and persevere, was inspiration: Sandra!
Strong, successful, in my weight class. She was already one step ahead, wearing a blue belt (she wears purple now) – and she wasn’t afraid to spar with men!
Meeting her was proof of what my coach, Maurice “Mo” Wollny GJJ black belt and the owner and head coach of the Panda Gym in Berlin, always said: “It’s not about strength – it’s about technique.”
I kept showing up. I chose to see the bruises on my body not as injuries, but as signs of progress….

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